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QUALITÄT & PRÜFUNG ·

Kennzeichnungen und Festigkeitsklassen

Die Kennzeichnung eines Verbindungselements muss mit den tatsächlichen Eigenschaften des Produkts übereinstimmen. Eine mit A4-80 gekennzeichnete Schraube, die die mechanischen Anforderungen dieser Festigkeitsklasse nicht erfüllt, entspricht nicht der angegebenen Bezeichnung, selbst wenn die Kennzeichnung äußerlich korrekt erscheint.

Diese Unterscheidung ist für den Einkauf industrieller Verbindungselemente entscheidend: Eine Kennzeichnung zu erkennen bedeutet nicht, die Konformität des Produkts nachgewiesen zu haben.

Was gewährleistet die Kennzeichnung A4-80 tatsächlich?

Nach ISO 3506-1 bezeichnet A4-80 eine bestimmte Kombination aus einer Gruppe nichtrostender Stähle und einer mechanischen Festigkeitsklasse.

  • A4 bezeichnet eine Gruppe austenitischer nichtrostender Stähle, deren Anforderungen an die chemische Zusammensetzung in der Norm festgelegt sind.
  • 80 bezeichnet die mechanische Festigkeitsklasse: mindestens 800 MPa Zugfestigkeit Rm, mindestens 600 MPa 0,2-%-Dehngrenze Rp0,2 und eine Mindestbruchverlängerung von 0,3 × d unter den in der Norm festgelegten Bedingungen.

Die Zahl 80 ist somit keine bloße Handelsbezeichnung, sondern steht für eine überprüfbare mechanische Anforderung.

Ein Produkt darf nicht allein deshalb als A4-80 eingestuft werden, weil es aus einem Werkstoff der A4-Gruppe hergestellt wurde. Es muss auch die Anforderungen der angegebenen mechanischen Festigkeitsklasse erfüllen.

Wann kann die Kennzeichnung eines Verbindungselements nicht normkonform sein?

Eine Kennzeichnung kann von den tatsächlichen Produkteigenschaften abweichen, wenn die angegebene Festigkeitsklasse nicht durch die Eigenschaften des Verbindungselements bestätigt wird.

Betrachten wir ein beispielhaftes Szenario: Eine mit A4-80 gekennzeichnete Schraube wird nach dem anwendbaren Prüfverfahren einer Zugprüfung unterzogen. Zeigen die Ergebnisse, dass das Bauteil die Anforderungen dieser Festigkeitsklasse nicht erfüllt, kann es nicht als konform mit der Bezeichnung A4-80 akzeptiert werden.

Dies gilt auch dann, wenn die chemische Zusammensetzung des Werkstoffs innerhalb der für A4 festgelegten Grenzwerte liegt.

Eine korrekte chemische Zusammensetzung allein weist nicht nach, dass die erforderliche Festigkeitsklasse erreicht wurde.

Ebenso ist eine gut lesbare Kennzeichnung kein Nachweis der mechanischen Eigenschaften.

Wie lässt sich die angegebene Festigkeitsklasse überprüfen?

Zur Beurteilung der Konformität einer Lieferung müssen drei Aspekte unterschieden werden.

PrüfaspektWas damit überprüft werden kann
Kennzeichnung des VerbindungselementsDie angegebene Werkstoffbezeichnung und mechanische Festigkeitsklasse gemäß den anwendbaren Kennzeichnungsregeln
Chemische AnalyseDie Übereinstimmung der Werkstoffzusammensetzung mit den festgelegten Anforderungen
Mechanische PrüfungenDie tatsächlichen mechanischen Eigenschaften der geprüften Proben gemäß den anwendbaren Prüfverfahren und Bewertungskriterien

Diese Prüfungen sind nicht untereinander austauschbar.

Warum ist eine falsch angegebene Festigkeitsklasse problematisch?

Bei der Auslegung oder Beschaffung einer Schraubenverbindung können die mechanischen Eigenschaften der angegebenen Festigkeitsklasse die Grundlage für die Auswahl des Verbindungselements bilden.

Erfüllt das gelieferte Produkt diese Eigenschaften nicht, entfällt eine der technischen Voraussetzungen, auf denen die Auswahl beruht.

Die möglichen Folgen hängen von der Anwendung, den Belastungen und der Auslegung der Verbindung ab. Der Grundsatz bleibt jedoch unverändert: Ein Verbindungselement, das die Anforderungen der angegebenen Festigkeitsklasse nicht erfüllt, darf nicht als gleichwertig mit der geforderten Festigkeitsklasse betrachtet werden.

Dabei geht es nicht nur um den Preis oder die wahrgenommene Qualität. Entscheidend ist die Zuverlässigkeit der technischen Spezifikationen, nach denen ein Bauteil beschafft und eingesetzt wird.

Prüfbescheinigungen und Prüfungen: Was sollten Einkäufer kontrollieren?

Eine Prüfbescheinigung muss danach beurteilt werden, welche Eigenschaften und Ergebnisse sie tatsächlich dokumentiert, und nicht allein nach ihrer Überschrift.

Bei einer Lieferung mit einer geforderten mechanischen Festigkeitsklasse ist zu prüfen, ob:

  • die Bescheinigung dem betreffenden Produkt und der Lieferung zugeordnet werden kann;
  • die Ergebnisse der einschlägigen Prüfungen gemäß den anwendbaren Spezifikationen vorliegen;
  • die angegebenen Werte mit der deklarierten Festigkeitsklasse übereinstimmen;
  • die Identifizierung der Proben und die Rückverfolgbarkeit eine Zuordnung der Prüfergebnisse zur Lieferung ermöglichen.

Unterlagen über die chemische Zusammensetzung dürfen nicht mit einem Nachweis der mechanischen Festigkeit gleichgesetzt werden.

Bei widersprüchlichen Ergebnissen muss die Konformität näher untersucht werden, bevor das Produkt als der geforderten Festigkeitsklasse entsprechend akzeptiert wird.

Mechanische Prüfungen und Rückverfolgbarkeit bei Anchor Pro

Auf Anfrage des Kunden bei der Auftragserteilung führt Anchor Pro an Proben von Verbindungselementen Zugprüfungen bis zum Bruch durch und ermittelt dabei die Zugfestigkeit, die Dehngrenze und die Bruchverlängerung.

Für die chemische Zusammensetzung der Werkstoffe verwendet Anchor Pro die Dokumentation seiner Rohmateriallieferanten. Die mechanischen und chemischen Daten werden entsprechend den Lieferspezifikationen und den anwendbaren Prüfanforderungen berücksichtigt.

Eine Kennzeichnung muss nachweisbaren Eigenschaften entsprechen und darf nicht lediglich auf einer Angabe beruhen.

Für Lieferungen von Verbindungselementen mit besonderen Anforderungen an Werkstoff, mechanische Festigkeitsklasse und Dokumentation kontaktieren Sie Anchor Pro.

Für Lieferungen von Verbindungselementen mit besonderen Anforderungen an Werkstoff, mechanische Festigkeitsklasse und Dokumentation kontaktieren Sie Anchor Pro.